Reformiert sein

Das Fragen nach dem Kern und den Facetten reformierter Identität hat im Vorfeld des Reformationsjubiläums das 2017 in der Schweiz nicht endet, sondern beginnt! neue Dringlichkeit erhalten.

Das Landeskirchen-Forum setzt bei den reformatorischen Grundlagen an: Keine Zukunft ohne Herkunft! Reformierte Identität klärt sich im gemeinsamen, vom Heiligen Geist geleiteten Hören und Bewegen von Gottes Wort, dem das Handeln folgt. Der auferstandene Christus ist das Haupt der Kirche. Ihre Gestalt und ihre Strukturen sollen dies der Zeit gemäss zum Ausdruck bringen – nach dem Grundsatz «ecclesia reformata semper reformanda secundum verbum Dei» (reformierte Kirche, immer zu reformieren gemäss dem Wort Gottes).

Die Reformatoren bezeichneten die Kirche als ‹creatura verbi›, als Schöpfung des Wortes Gottes. Sie gingen zur Heiligen Schrift zurück, um die Lehre vom Heil und das Verständnis der Sakramente zu klären, einen Gottesdienst zur Ehre des Herrn der Herren zu gestalten und die Menschen zum Handeln in der Welt zu ermächtigen.

Im 21. Jahrhundert ist darauf Bezug zu nehmen, wenn wir gefragt werden, was reformierte Kirche ausmacht und was ihr auf den postmodernen Marktplätzen Relevanz gibt. Aus den Volkskirchen werden Minderheitenkirchen. Das reformierte Kirche-Sein ist neu zu buchstabieren – nicht allein das Miteinander der reformierten Kantonalkirchen im Kirchenbund. Das Landeskirchen-Forum hat in Tagungen und Beiträgen Position bezogen und engagiert sich im laufenden Diskurs.
 

Berichte  
SEK: «Wir wissen noch nicht, was Christus mit uns vorhat»  
Re-Imagining the Church in the 21st Century   
Welsches Manifest: Erneuerung für die Reformierten  
Suche nach der Strahlkraft der Reformation im 21. Jahrhundert 
Ingolf Dalferth: Von Gott reden in der säkularen Gesellschaft


LKF-Tagungen
Wie die Kirche Zukunft hat, 2015
Evangelische Einheit: Träume, Klärungen, Schritte, 2014  
«Aussenseiterkirche mit Ausstrahlung», 2009  
Was die Kirche im Innersten zusammenhält, 2008  
Reformierte und ihre Tradition, 2006 
Reformierte Identität, 2006
 

Mehr
Reformierte Identität heute
Ecclesia semper reformanda
Die Reformatoren zur Bibel
Die Reformatoren zur Einen Kirche
Die Reformatoren zu Abendmahl und Taufe

 

"Von Christus reden heisst aber in reformierter Tradition wesentlich:
In eine bestimmte Situation hinein Christus als den 'Herrn' oder das alleinige 'Haupt' zu bezeugen, wie wir von Zwingli gehört haben, und so gegen andere, irdische Herrschaften und Mächte, die nach uns greifen, Einspruch erheben. Entsprechend dem urchristlichen Ruf: 'Kyrios Jesus'.
Diese Sprache klingt in manchen heutigen Ohren etwas gar nach Patriarchat oder Absolutismus. Ist eine Skepsis gegen allzu unbedachte 'Herr'lichkeit gewiss nicht unberechtigt: Sie darf uns dennoch den Blick für die Wirklichkeit nicht verstellen, in die dieses Bekenntnis hineinsprechen will. Denn faktisch ist unsere Welt doch ein Spiel von Mächten und Gewalten, auch wenn sich deren Erscheinungsbilder wandeln können.
Die Frage ist nur, welche Mächte letztlich das Sagen haben, und welche Autoritäten wir über unsere Identitäten bestimmen lassen. Das Bekenntnis zur Macht und Herrschaft Christi steht aller menschenfeindlichen Herrschaft entgegen, nämlich aller Herrschaft, die Menschen über Menschen ausüben. Den Gesetzen der Vergeltung und des Nationalismus, den Gesetzen des Marktes, den Gesetzen der Unterhaltungsindustrie, den Gesetzen des 'man macht es heute einfach so'..."

- Peter Opitz vor dem Landeskirchen-Forum, 4. November 2006